Die Kraft der Stille

blue recreation

Morgens klingelt der Wecker –  in der Woche meist der elektronische und am Wochenende der natürliche:„Maaaamaaaaa – ich bin auch schon wach!” “Oh, hallo Mäuschen. Ich jetzt auch.”

Ein Tag voller Arbeit

Aufstehen, Frühstück machen, die Kinder wecken, die Große rechtzeitig in den Schulbus setzen, die Kleine in den Kindergarten bringen und dann ab an den Schreibtisch. Los geht’s: Netzwerkarbeit, Kundenprojekte, E-Mails, Marketing, Vertrieb und weiter an meinem Buch schreiben. Der Blick unten rechts auf den Bildschirm offenbart: Es ist 13 Uhr. Die erste Teekanne ist leer und mein Magen auch. Doch was brauche ich jetzt zu essen? Meist koche ich mir etwas Schnelles, anstatt in mich hineinzuhorchen, was jetzt gut für mich wäre.

Zeit für Kinder

Nach dem Essen zurück an den Schreibtisch, später die Kinder abholen, dann der Nachmittag, das gemeinsame Essen und das Abendprogramm für die Kinder – Tempo, Tempo, Tempo … und keine Spur von Stille.  Wenn unsere beiden Zaubermäuse im Bett liegen, ist es meist 20 Uhr. Im Sommer kann es auch später werden. Wenn ich die Tür vom Kinderzimmer geschlossen habe, zwinge mich nicht links in die Küche abzubiegen und an den Schrank mit den Süßigkeiten zu gehen. Stattdessen biege ich lieber rechts ab – viel zu selten ins Wohnzimmer, um mit meinem Mann einen ruhigen Abend zu verbringen,  meistens in mein Büro. Denn der Schreibtisch ruft auch am Abend noch nach mir.

Raum für Stille

An einem Abend in der Woche ist das anders. Ich beginne schon gegen 18 Uhr, mich zu fokussieren. Auf mich, meinen Körper, meine Seele, meinen Atem. Ich gehe zum Yoga. Nach langer Suche habe ich eine sehr gute Lehrerin gefunden: Sabine Schramm. Sie hat einen friedlichen Ort der Stille geschaffen. Ein Ort an dem Ruhe möglich ist und Fokussierung auf sich selbst. Wo ich die Energie genießen kann, die beim Singen der Mantras entsteht, die Kraft wahrnehme, die ich durch meine Atmung aktivieren kann, in den Asanas (Körperstellungen) meinen Körper ganz bewusst wahrnehme und kräftige und bei der Tiefenentspannung sogar manchmal einschlafe. Für mich ist das eine bewusste Heilungszeit. Jede Woche. Und doch muss ich mich oft überwinden wirklich hinzugehen. Raus aus dem Rhythmus, rein in diese spezielle Energie, die ich gerne öfter erleben würde. Ich weiß noch nicht wie und wann. Aber ich vertraue darauf, dass meine Gebete erhört werden und mein Wunsch in Erfüllung geht. Alles hat seine Zeit. Auch die Stille. Denn in der Stille wohnt die Kraft. In der Stille komme ich bei mir selbst an. Und in der Stille erfahre ich Heilung. Ich bin sehr dankbar für diese Zeit – sie ist ein Geschenk.

Inspirationsquelle Achtsamkeit + Meditation

Zu diesem Beitrag hat mich ein Vortrag von Katja Sterzenbach inspiriert. Als “Lady Achtsam” hat sie 62 Tage lang in Myanmar in einem Waldkloster meditiert – für einen guten Zweck. Eine Stunde langsamste Gehmeditation – ein Schritt pro Minute – und eine Stunde Sitzmeditation im Wechsel. Den ganzen Tag lang. 4 Stunden Schlaf und 2 Mahlzeiten am Tag. Jeden Tag, den sie durchgehalten hat, ist die Spendensumme für ein Kinderhospiz gestiegen, denn sie hat eine Charity-Aktion aus ihrer Meditationserfahrung gemacht. Und sie hat es nicht nur geschafft, diese Erfahrung hat ihr Leben verändert … Bei GEDANKENtanken hat sie einen Vortrag darüber gehalten. Hier geht es zum Video …

Mich hat ihre Erzählung sehr berührt und eine Erkenntnis wieder zurück in mein Bewusstsein katapultiert: Jeder von uns kann jederzeit etwas verändern. Entweder, weil uns das Leben keine andere Wahl lässt oder weil wir es wollen. Wir schwingen im Rhythmus des Lebens. Je weiter wir uns vom getriebenen Müssen abwenden und zum bewussten Wollen hinwenden, umso mehr Kraft entwickeln wir, um unseren Beitrag für den Frieden auf dieser Welt zu leisten – in Liebe und Achtsamkeit. Ich habe damit angefangen und bin auf dem Weg. Mein nächster Schritt: Mehr Pausen einlegen – in der Natur, in stiller Meditation, im Gesang, im Gebet oder in körperlicher Aktivität.

Und was veränderst Du?

3 Kommentare

  1. Liebe Kathrin,

    was ich bisher verändert habe, seitdem ich von meiner Hochsensibilität weiß?

    Ich liebe mich immer mehr selbst und werde mir immer klarer hinsichtlich meiner eigenen Bedürfnisse. Das ist ein wunderbares Gefühl. Nicht nur für andere da zu sein, sondern auch für mich selbst – das ist eigentlich die wichtigste Erkenntnis für mich.

    Außerdem sind es eigentlich auch sehr viele kleine Dinge, die ich geändert habe, um mich wohler in meiner Haut zu fühlen. Das ist das Gute daran, da man sein Leben nicht um 180 Grad drehen muss und in kleinen Schritten mit seiner Hochsensibilität immer besser zurecht kommt.

    Hier ein paar Beispiele:
    – Etwas mehr Zeit lassen um aufzustehen bzw. sich ins Bett zu legen. Den Tag bewusst starten und enden lassen.
    – Zeit für mich allein reservieren. Denn nur so komme ich wieder bei mir selbst an.
    – Ein paar bewusste Pausen auf der Arbeit einplanen.
    – Mir gestatten, mich selbst zu mögen – das will gelernt sein und klappt nicht gleich auf Anhieb.
    – Mir selbst verzeihen, wenn etwas schief gegangen ist.
    -…

    Ich habe mir eine Schatzkiste zugelegt in meinem persönlichen Blog – vielleicht hast du ja Lust mal vorbeizuschauen:

    https://hochsensibel1753.wordpress.com/2014/12/01/julias-schatzkiste/

    Ganz liebe Grüße und weiter so,
    Julia

    • Kathrin Sohst

      Liebe Julia,

      danke für deinen Kommentar! Deine Aufzählung klingt bodenständig, reflektiert und total entspannt. Als ich mich dann durchs Netz zu Deinem Blog durchgehangelt hab, wurde mir klar warum. Du weißt, wovon Du sprichst 🙂 Dein Blog ist wirklich interessant und Deine Seite “Bunter Mix” ist beeindruckend. Ich bin derzeit auch viel am Recherchieren für mein Buch und doch gibt es immer wieder neue Aspekte und Themenbereiche in Sachen HSP zu entdecken … Und versprochen: Ich mache weiter so und Du bitte auch 😉

      Liebe Grüße – Kathrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.