Hochsensibles Weihnachtsshopping: Warum weniger oft viel mehr ist …

Es ist Zeit für Weihnachtsshopping … Weihnachten: Da geht es weniger ums Haben und mehr ums Sein. Oder? Darum, dass wir uns Zeit nehmen um innezuhalten, bei Kerzenschein einfach beisammen zu sein und der Liebe Raum geben. Gemeinsam spielen, Plätzchen  backen oder “Drei Nüsse für Aschenbrödel” gucken. Und uns ganz in Ruhe darauf besinnen, warum wir Weihnachten feiern und welche Werte mit diesem Fest einhergehen.   G  a  n  z      i  n      R  u  h  e   . . .

Weihnachtzeit, ruhige Zeit?

Doch die Realität sieht oft anders aus. Vor Weihnachten jagt eine Verpflichtung die nächste: Die letzten Projekte wollen noch fertig werden. Die Weihnachtspost wartet und der Schuhkarton für ein Flüchtlingskind für die Aktion in der Schule will gefüllt werden. Dann sind da noch die Weihnachtsfeiern, Konzerte oder Weihnachtsmärchen. Bei uns flatterte dann dieses Jahr noch spontan die Möglichkeit ins Haus, dass meine knapp 7-jährige Tochter an Heiligabend beim Krippenspiel in der Kirche mitmachen könnte – in zwei Gottesdiensten hintereinander versteht sich. Da wurde mir dann langsam unwohl. Das würde jede Woche einen oder zwei Probentermine bedeuten. “Und Du könntest dann beim Bäcker um die Ecke nicht beim Plätzchen backen mitmachen. Die Termine überschneiden sich…”

Meine Tochter schaut mich stirnrunzelnd an, wirkt etwas unglücklich und sagt: “Mama, ich kann mich gar nicht entscheiden…”

Ich fasse mir ein Herz und entscheide für sie, für uns, für mehr Weihnachtszeit: “Schatz, Du hast in der Schule eine Aufführung und wolltest unbedingt Kekse backen beim Bäcker. Und das machen wir jetzt auch so”. Meine Tochter lächelt mich an und schlingt die Arme mich. Weniger ist mehr und mir wird ganz warm ums Herz. Das fühlt sich schon eher an wie Weihnachten …

Der Wahnsinn mit dem Weihnachtsshopping

Wenn jetzt noch die Sache mit den Geschenken und dem richtigen Outfit für Weihnachtsfeier und die Feiertage geklärt ist, kann Heiligabend kommen. Womit wir beim Thema Shopping wären. Ja, ich bin für mehr Fokus auf das Sein und bewussteres, dankbareres und reduziertes Haben. Und doch sind Geschenke an Weihnachten bei uns ein fester Bestandteil. Mein Weihnachtsoutfit sehe ich entspannter – aber ich weiß, dass das bei vielen Menschen auch ein sehr wichtiger Faktor ist. Die jährliche Herausforderung: Jetzt in dem ganzen Weihnachtsrummel auch noch shoppen gehen?

Buch-Outtake

Mir ist dazu eingefallen, dass ich für mein Buch “Zart im Nehmen” Shoppingtipps geschrieben habe. Die sind aber nicht ins Buch gekommen, weil ich das Manuskript kürzen musste. Deswegen gibt es heute eine Premiere: Dies ist der erste Blogbeitrag mit einem Outtake aus meinem Buch. Und ihr könnt euch noch auf weitere Einblicke in die Welt meines Buches freuen, das übrigens am 28. Februar 2016 im GABAL Verlag erscheint. Dazu dann aber mehr in den nächsten Blogeinträgen.

Weihnachtsedition: Hochsensible Shoppingtipps

  • Weniger ist mehr …
  • Sammle vorher Ideen, überlege welches Budget Du hast und worüber sich Deine Lieben wirklich freuen. Es geht nicht um den Geldwert einer Sache, sondern darum, ob das Geschenk von Herzen kommt und den anderen mit seinen Wünschen abholt.
  • Weihnachtsoutfit: Wenn Du das Bedürfnis hast, dann erlaube Dir, alleine shoppen zu gehen und betrachte, den Einkaufsbummel als ein im Weihnachtstrubel so seltenes Date mit dir selbst.
  • Gehe rechtzeitig einkaufen – sonst kann es stressig werden.
  • Lege dich nicht auf ein bestimmtes Ergebnis fest. Manchmal sind überraschende Inspirationen die bessere Wahl. Vertraue darauf, dass Du fündig wirst.
  • Verzichte auf Mammut-Shopping-Touren!
  • Vielleicht weißt Du vorher schon, in welche(s) Geschäft(e) Du gehen möchtest. Du kannst aber in der Stadt auch den Bauch einschalten und da hingehen, wo er dich hinschickt. Ich hab schon oft die Erfahrung gemacht, dass ich dann schnell finde, was ich brauche. Und so nur wenig von meiner kostbaren Zeit mit dem Konsumvorgang verbringen muss …
  • Haupteinkaufszeiten, Stadtfeste oder verkaufsoffene Sonntage eignen sich für die meisten Hochsensiblen weniger und im Weihnachtstrubel schon mal gar nicht.
  • Für Shopping-Touren in Outlets, riesigen Malls oder Innenstädten gilt: Plane vorher, zwischendurch und hinterher Pausen ein – und seien sie noch so klein …
  • Kleinere Einkaufszentren in Randbezirken von Großstädten eignen sich gut. Versuche es samstags zwischen 18 und 20 Uhr. Da sind alle auf dem Weihnachtsmarkt und die Verkäufer/innen haben Zeit, um Dich zu beraten und (meistens) gute Laune, weil das Wochenende naht.
  • Nimm Dir etwas zu Trinken und zu Essen mit.
  • Überlege Dir vorher, wie Du Deine Einkäufe transportieren möchtest. Rucksäcke sind für diesen Fall sehr praktisch, wenn vielleicht auch nicht gerade die schickste Variante. Aber mal ehrlich: Hier würde ich jetzt mal auf den Praxisnutzen setzen und das Styling hintenanstellen.
  • Thema Lebensmittel: Finde heraus, wann, wo und mit wem Du Deine Einkäufe für die Festtage am besten erledigen kannst.
  • Wer gerade völlig überreizt und im Stress ist, kann überlegen, ob Online-Shopping eine Alternative ist. Dann aber bitte in aller Ruhe bestellen und entspannt zu Hause auswählen und nicht auch das noch schnell, schnell …
  • Tannenbaumschlagen auf dem Großevent? Achte aufs Wetter und die richtige Kleidung! Wenn es viel geregnet hat, dann meide Orte, auf denen die Weide zum Parkplatz gemacht wird. Sonst musst Du im Zweifel lange auf den Traktor warten, weil der vorher noch vier andere Autos aus dem Schlamm ziehen darf …

Mögen diese Tipps dazu beitragen, Dein Weihnachten zu entschleunigen. Denn ich wünsche Dir, dass Du trotz der hartnäckigen Schenkeritis Ruhe im Weihnachtsrummel findest. Für mich ist der Konsum in den letzten Jahren immer mehr zur Nebensache geworden. Und: Es muss nicht alles, was um Weihnachten herumliegt, zum großen Event werden. Denn mein großes Event ist Weihachten selbst. Mir ist das Beisammensein wichtig, die Gemeinschaft. Sonst ist Weihnachten vorbei, bevor es richtig angefangen hat. Denn wo der Fokus auf den Dingen liegt, da ist kaum Raum für Liebe, Glaube und echte Begegnungen …

In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deinen Lieben ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest mit viel Zeit für die wirklich wichtigen Momente des Lebens.

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